Gründung der FF Großraming 

Im Februar 1894 wandte sich der Feuerwehr-Bezirksverband Weyer a.d. Enns an die damalige Gemeindevorstehung in Großraming, daß die Gründung einer organisierten Feuerwehr vorgesehen wäre und ersuchte die Gemeinde um entsprechende Unterstützung.
Es wurde sodann am 18. März 1894 die "Gründende Versammlung" abgehalten, bei der 44 Gründungsmitglieder den Oberlehrer Carl Rauscher als ersten Hauptmann wählten.

Anton Lengenfelder, Oberlehrer Johann Schörkhuber, Kleinortbauer
Karl Rauscher, Lehrer Karl Goldmann, Fleischer
Anton Gschaider, Winkeladvokat Josef Unger, Knecht
Franz John, Schuhmacher Michael Hofberger, Tischlermeister
Alois Wick, Schuhmachermeister Leopold Hofberger, Händler
Josef Salzwimmer, Gastwirt Leopold Haberfellner, Binder
Franz Biribauer, Schneider Josef Eckl, Schneidermeister
Kaspar Gartenlehner Johann Pilarz, Schneidermeister
Karl Jicha, Wagner Ferdinand Fackler, Schlosser
Jahann Rainer, Wegmacher Wenzel Praschil, Oberförster
Karl Schüssleder Michael Garstenauer, Großortbauer
Alois Hochrieser, Kaufmann Franz Moisl, Bürgermeister
Johann Lumplecker, Hochriesgut Josef Wakolbinger, Kaufmann
Georg Scharnreitner, vulgo Galler Anton Oppl, Gastwirt
Franz Moisl jun., Müller Ludwig Forster, Musiker
Josef Döll, Schmied Leopold Aspalter, Seitwegergut
Johann Schraml, vulgo Bachbauer Johann Lumplecker, Bindergeselle
Johann Ungerböck, Schuhmacher Johann Kopf, Mosergut
Josef Hanusch, Gastwirt Karl Haider, Koglergut
Franz Forster, vulgo Kronsteingut Ferdinand Kittfinger, Fuchsberg
Leopold Forster, vulgo Kronsteingut Matthias Scharnreitner, Stadlergut
Michael Reitmayr, Zimmerer  

Gründungsmitglieder:

Mittels Handschlag leisteten die oben angeführten Mitglieder dem Obmann des Feuerwehr - Bezirksverbandes, Dr. Gustav Maix, die "Pflichtangelobung".
Einstimmig wurde folgendes Kommando gewählt: 
Hauptmann: Karl Rauscher
Stellvertreter: Anton Lengenfelder
Schriftführer: Anton Gschaider
Corpsarzt: R. Mittendorfer
Spritzenlöschmeister: Josef Döll
Obmann der Schutzmannschaft: Josef Wakolbinger 

Noch im Gründungsjahr wurde neben verschiedenen Ausrüstungsgegenständen eine Handdruckspritze für ein Pferdegespann angeschafft und im Schulgebäude untergebracht.

Kurze Auszüge aus dem Protokollbuch
2.12.1894: Punkt 3: Einführung des Rapports. Jeder Feuerwehrmann hat laut Beschluss die Verpflichtung übernommen, die kleine Geldbußen für eine begangene Ungehörigkeit, die über ihn verhängt wurde, ohne weiteres in die Vergnügungskasse fließen zu lassen.
27.1.1895: Punkt 5: Mitteilung, dass der Kaiser, Seine Majestät, unser aller gnädigster Kaiser, unserer Freiwilligen Feuerwehr 80 fl zu spenden geruht hat.
Punkt 9: Der Hauptmann bringt zur Kenntnis, daß am 17.1.1895 im Salzwimm`schen Gasthause der Feuerwehrball abgehalten wird und ladet die Mitglieder zum Besuch und Teilnahme ein. Balleinladung:

Ein Mannschaftsfoto anläßlich 25 Jahre FF Großraming am 20.Juli 1919
Ein Mannschaftsfoto anläßlich 25 Jahre FF Großraming am 20.Juli 1919

1907 wurde eine Sterbekassa gegründet, um beim Ableben eines Mitgliedes anfallende Kosten leichter begleichen zu können 1912 wurde auf einem vom Gastwirt und späteren Feuerwehrkommandanten Josef Salzwimmer zur Verfügung gestellten Grundstück das erste Zeughaus errichtet, das am 19. Mai 1912 eingeweiht wurde. Dieses Zeughaus wurde 1950 / 51 erweitert und diente bis 1972.
In einer außerordentlichen Vollversammlung wurde am 9. August 1914 über Aufruf an die Feuerwehren O.Ö. ein Rettungsabteilung mit 2 Rettungspatrouillen zu je 3 Mann aufgestellt.

Feuerwehrhaus in Hintstein
Feuerwehrhaus in Hintstein

Errichtung eines Löschzuges in Hintstein:
Am 14.11.1937 wurde bei der im Gasthaus Steinwirt (Hintstein) abgehaltenen Besprechung über die Beschaffung der Ausrüstung auch der Bau eines Gerätehauses beschlossen. der Baugrund wurde von Josef Elßigan, Edtbauer in Hintstein (Großvater des jetzigen Kommandanten) kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Bau wurde in Robotschichten von der Bevölkerung von Hintstein bewerkstelligt. Die finanziellen Mittel wurden neben Sammlungen zum Großteil durch eine am 12.09.1937 abgehaltene Fahrradtombola aufgebracht. Am 19.03.1938 wurde die Feuerwehr Großraming als Verein aufgelöst und als Körperschaft öffentlichen Rechtes erklärt. Damit wurde sie in das Oberösterreichische Feuerwehrbuch beim Amt der O.Ö. Landesregierung eingetragen.


Am 14.08.1938 wurde der 1. Zug der Feuerwehr Pechgraben (gegründet 1923) mit der Feuerwehr Großraming als Gemeindefeuerwehr zusammengeschlossen. Ein diesbezüglicher Erlass der Landeshauptmannschaft "Oberdonau" ordnete dies an.
Da in den Kriegsjahren sehr viele Feuerwerkameraden zur Deutschen Wehrmacht eingezogen wurden, wurden Mädchen dem Feuerwehrdienst beigezogen.
Kriegsdienstverpflichtete Mädchen, freiwillige Hilfsfeuerwehr:
Gertrude Wick, Reitmayr Anna, Stegmüller Anna, Schraml Maria.
Zitat aus der Niederschrift vom 6.1.1945 (52. Hauptversammlung) von Wehrführer Haider: Wehrführer Haider sprach sich lobend über die dienstverpflichteten Feuerwehrhelferinnen aus. Mit der Rückkehr der jungen Männer aus den Kriegswirren wird sich der Stand der Wehrmannschaft wieder so füllen, dass die Mädchen entlastet werden können.
Als Dank wurde für die Mädchen ein eigener Feuerwehrball veranstaltet (1946).

Feuerwehrhaus Großraming 1951
Feuerwehrhaus Großraming 1951

 

Zeughauserweiterung 1950/51
Das beinahe 40 Jahre alte Zeughaus,das nur für sie Unterbringung eines Spritzenwagens mit Pferdezug ausgelegt war mußte dringend zur Einstellung des Steyr-A-Typ 1500 erweitert werden. In diesem Zuge wurde darüber auch eine Wohnung für den Zeugwart errichtet.
Zur Einweihung dieses Baues wurde ein besonders groß angelegtes Fest veranstaltet, zu dem 18 Feuerwehren des Ennstales und 6 Musikkapellen erschienen.

Seefeste 1951 bzw. 1953
Auszug aus dem Protokoll 1953:
 Es fand wiederum ein Seefest mit Bootsfackelzug statt. 16 Boote fuhren diesmal mit der Musikkplätte, die Häuser an den Ufern des Sees waren festlich beleuchtet, am Edtbauernhang brannte ein großes `FF`. Bei der Doppelbrücke wurde wie im Jahre 1951 mit acht Motorspritzen aus 16 Strahlrohren Wasser gegeben und mit verschiedenfärbigen Scheinwerfern beleuchtet. Ca. 2000 Zuschauer säumten die Seeufer, anschließend wurde in allen Gasthöfen getanzt."

Großraminger Motorradrennen (1952 - 1978)

Bei diesen Veranstaltungen waren die Feuerwehrmänner der FF- Großraming immer vollzählig im Einsatz als Absperrorgane, Park-, Rettungs- und Sicherungsdienst

Hilfsaktion für "Hochwassergeschädigte" Feuerwehrkameraden in Walding (Mühlviertel):
zwei Lastwagenfuhren Schnittholz wurden von den Männern der FF Großraming aus von Bauern gespendetem Holz für die im Jahre 1954 geschädigten Bewohner Waldings am 21.5.1955 übergeben. Dies wurde von den Waldingern als Beweis echter Kameradschaft gewürdigt.

Löschteichbau 1964

Durch den Umbau der Eisenbundesstraße war die Zufahrt zur Wasserent-nahmestelle zum Stausee nicht mehr gegeben. Ein dringendes Anliegen des Feuerwehrkommandos und besonders des Kdt Stegmüller Otto war daher die Errichtung von Löschteichen im oberen Ort. Zwei Löschteiche (Hauptschule u. Tischlerei Schörkhuber) wurden zur Gänze durch Eigenleistung der Feuerwehr gebaut. Aus den dafür vorgesehenen, aber nicht aufgebrauchten Mitteln konnte ein Unimog für die Schneeräumung angeschafft werden. Dadurch wurde das Tanklöschfahrzeug (Type Borgward), mit dem bisher die Schneeräumung durchgeführt wurde, entlastet.

 Festtag der Feuerwehr Großraming

Am Sonntag den 14. Juni 1970, war für die Feuerwehr Großraming ein doppelter Festtag. Der von der Gemeinde angekaufte Tankwagen Steyr 590 sowie die Motorspritze TS Automatik wurden am Kirchenplatz geweiht. Nach der feierlichen Einweihung durch Dechant Ignaz Singer fand im Gasthaus Hanusch die Wahl des Kommandos statt. Vor der Wahl des neuen Kommandos legte Kdt Otto Stegmüller wegen Überlastung in seiner Funktion als Bezirkskommandant seine Funktion als Kdt der FF Großraming zurück. Bei der folgenden Wahl wurde Max Lirscher zum Kommandanten, Ludwig Feistritzer zum Stellvertreter sowie Großauer Heinz zum Zugskommandanten gewählt.

Zeughausbau:

Bei der Kommandositzung v. 21.02.1971 wurde der Bau eines Zeughauses, ein lang gehegter Wunsch unserer Feuerwehr, beschlossen. Das Kommando erreichte von der Familie Hanusch die Zusage, dass sie ein geeignetes Grund­stück zum B au eines Feuerwehrhauses verkaufen würde. Daraufhin wurden alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

In den Wintermonaten 1971/72 wurde das von den Österreichischen Bundesforsten gekaufte und von verschiedenen Landwirten gespendete Holz von den Kameraden geschlägert. Eine Haussammlung wurde zur Finanzierung dieses Bauvorhabens durchgeführt.

Am 29. März 1972 begann der Bau mit dem Kelleraushub.

Zügig schritten die Bauarbeiten voran, weil viele Kameraden ihre Freizeit für den Zeughausbau opferten.

Am 22. Juli 1972 wurde der Dachstuhl aufgesetzt und sofort eingedeckt. Obwohl für das Jahr 1972 nur der Rohbau geplant war, konnten bereits am 9. Dezember 1972 sämtliche Fahrzeuge und Geräte im neuen Feuerwehrhaus untergebracht werden.

Anlässlich des 80 jährigen Bestehens der FF Großraming wurde das neue Zeughaus am 25. August 1973 eingeweiht.

Bei dieser Feier dankte Kdt Max Lirscher allen Feuerwehrkameraden für die geleisteten Robot Stunden und der Bevölkerung von Großraming für die entsprechenden Hilfeleistungen. Aus dem Protokoll ist zu ersehen, dass ca. 11.000 Robot Stunden geleistet wurden.


Funkstation und Öleinsatzwagen:

Im Jahre 1974 wurde im neuen Zeughaus eine Funk- Fixstation installiert. Im Jahre 1979 wurde sie als erste Bezirkswarnstelle von Oberösterreich eingerichtet.

Am 20. September 1974 wurde der Feuerwehr Großraming auf Betreiben des

Bezirkskommandanten Stegmüller Otto vom OÖ. Landesfeuerwehrkommando ein Öleinsatzfahrzeug zugeteilt.


Bayrisches Leistungsabzeichen 1974:

Am 21. 9. 1974 erwarben 17 Kameraden der FF-Großraming erstmals das Bayrische Leistungsabzeichen, Stufe I in Aicha v. Wald. Dies begründete eine enge Freundschaft zwischen den beiden Feuerwehren, die bi s zum heutigen Tag gepflegt wird. Inzwischen haben bereits 61 Kameraden diese Leistungsprüfung in den jeweiligen Stufen (Stufe 1 -1T1/4) abgelegt.

v.links: Stegmüller Otto, Lirscher Max, Feistritzer Ludwig
v.links: Stegmüller Otto, Lirscher Max, Feistritzer Ludwig

Freude und Trauer:

Am7. August 1977 wurde der Gruppe Holzinger, die bei den internaionalen Feuerwehrwettkämpfen in Trient eine Goldmedaille erringen konnte, von der    Bevölkerung von Großraming ein herzlicher Empfang bereitet.

Dieses freudige Ereignis wurde am 25. 8. 1977 vom Tode des Kom­mandanten Max Lirscher überschattet. Max Lirscher war 40 Jahre im Dienst der Großraminger Feuerwehr tätig, davon 6 Jahre als Kommandant. Er war wesentlich an der Aufwärtsentwicklung unserer Feuerwehr betei­ligt. Er stand unermüdlich im Einsatz. Ob es der Zeughausbau, die Anschaffung und Wartung der Geräte, die Teilnahme an Wettbewerben oder die Schulungen waren, unser "Max" war immer und überall zu haben. Er konnte eben alles und konnte vor allem nie "NEIN" sagen.


Feuerwehrfeste ab 1982:
Angeregt wurden diese Sommerfeste von Kdt. Feistritzer Ludwig. Die ersten Feste fanden noch im Hanusch-Rohbau statt. Später wurden diese Feuerwehr feste im Zeughaus abgehalten, dabei wurde der gesamte Vor¬platz überdacht. Sie erwiesen sich als ertragreiche Einnahmequelle für die Feuerwehr. Dadurch wird die Gemeindekasse entlastet. Die Einnahmen wurden zur Anschaffung von Ausrüstungen und Fahrzeugen verwendet
(z.B : Tankwagen RLF, ..).

Hochwasser 1989 bzw. 1991:
Wie die Einsatzstatistik zeigt, ist das Jahr 1989 eindeutig von dem verheerenden Unwetter geprägt, das am 26. Juli 1989 unsere Gemeinde heimsuchte.
Von der FF-Großraming wurden in diesen Tagen allein weit über tausend Arbeitsstunden erbracht. Neben der FF-Pechgraben und den umliegenden Feuerwehren war auch noch die F u. B Bereitschaft des Bezirkes Steyr-Land mit 18 Feuerwehren im Einsatz. Insgesamt wurden etwa viertausend Arbeitsstunden für die Bevölkerung geleistet.
1991 gab es wieder 34 Ausfahrten, um die ärgsten Hochwasser- und Unwetterschäden zu beseitigen. In diesem Jahr wurden wieder über tausend Arbeitsstunden der Feuerwehrmänner gezählt.

Hochwasser 1989 bzw. 1991:
Wie die Einsatzstatistik zeigt, ist das Jahr 1989 eindeutig von dem verheerenden Unwetter geprägt, das am 26. Juli 1989 unsere Gemeinde heimsuchte.
Von der FF-Großraming wurden in diesen Tagen allein weit über tausend Arbeitsstunden erbracht. Neben der FF-Pechgraben und den umliegenden Feuerwehren war auch noch die F u. B Bereitschaft des Bezirkes Steyr-Land mit 18 Feuerwehren im Einsatz. Insgesamt wurden etwa viertausend Arbeitsstunden für die Bevölkerung geleistet.
1991 gab es wieder 34 Ausfahrten, um die ärgsten Hochwasser- und Unwetterschäden zu beseitigen. In diesem Jahr wurden wieder über tausend Arbeitsstunden der Feuerwehrmänner gezählt.